Teil 16 der Chronik: 2013

2013 wurden wir endlich 15 Jahre alt. Und 15 geteilt durch 5 sind 3, daher planten wir für das Jubiläumsjahr 3 jahreszeitliche Höhepunkte:

1. Frühling:
Im Frühling durften wir im “PROJEKTOR kultureller Raum | teiler” zusammen mit dem Betreiber Holger Kraus die Ausstellung META MORP HOSE präsentieren. Neben der Ausstellung mit Objekten von Carsten Hagen gab es eine Filmvorführung von Flexibles Flimmern und eine Lesung von Ina Bruchlos.

“Carsten Hagens Objekte sind Eklektizismen unterschiedlicher Sphären: Fundstücke aus ausgestorbenen Handwerksbetrieben, Knochen, Geweihe und Puppenköpfe werden zu Metamorphosen zusammengefügt. Sie besitzen eine mystische, archaische und morbide Ausstrahlung, die scheinbar mit einer komplett vernetzten, durchtechnologisierten und computergesteuerten Gesellschaft nichts zu tun haben. Ob sie nun explizite Anklagen einer entfremdeten (Arbeits-)Welt sind oder einfach nur Splitter unter den Nägeln des gesellschaftlichen Flows, sei dahin gestellt. Hagens Werke stoßen ab. Ziehen an. Verströmen wohlige Wärme. Lösen ein tief sitzendes Unbehagen aus. Sie berühren. Damit sind sie nicht reaktionäre Sehnsüchte. Sondern progressive Reflektionen.” Sieh selbst: www.hagenartwork.de

Vielen Dank an Holger Kraus! www.flexiblesflimmern.de & www.projektor-hamburg.blogspot.com

2. Sommer:
Im Sommer haben wir die digitale 15-Jahres-Chronik gestartet, deren letzten Teil Du gerade liest.

3. Herbst:
Im Herbst dann erschien der Roman „Kunststoff“ von Gerrit Jöns-Anders. 10 Jahre nach den Erstlingswerk “Jugendstil” sonnte sich nun endlich der zweite Teil der Trilogie im Tageslicht.
Der (geniale) Dichter Erik und der (namenlose) Erzähler sind beste Freunde. Roter Faden ihrer Geschichte ist eine gemeinsame Lesereis e, auf der sich der Erzähler als Tourmanager jedoch nicht nur um die Organisation kümmern muss, sondern vor allem um die Kreativität und Konstitution des psychisch labilen Poeten. Die aufwühlende Tour u.a. durch die Metropolen Berlin, Frankfurt, München und Wien findet immer wieder kleine Pausen auf einem Bauernhof in Ostdeutschland, wo sich Erik einen Rückzugsort geschaffen hat. Alles könnte so seinen Gang gehen, doch dann taucht Eva auf. Eine wieder auflodernde Dreiecksbeziehung stellt die Männerfreundschaft auf die Probe. Als Erik, der sich immer eigenwilliger und provokanter verhält, plötzlich spurlos verschwindet, liegt Unheil in der Luft …
“Der Roman beschreibt die gegenwärtige Literatur-Szene mit realistischem Blick. Literatur über Literatur mit einem Showdown, in der Kultur und Kommerz gnadenlos aufeinander prallen. Ein Buch über die Rastlosigkeit der heutigen Zeit”, meinte denn auch Doris Brand in “Der Freitag”.

Worüber wir uns 2013 noch gefreut haben? Über die 5. Auflage von Benjamin Maacks Erzählband “Die Welt ist ein Parkplatz und endet vor Disneyland” sowie seinen Preis beim Bachmann-Wettbewerb.